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Montag, 6. Juli 2009

Gottes Verstockungsgebot: Gewalt aus Angst und Sprachlosigkeit - Gottes Wege führen weiter: Dank und Jubel

Trinitatis 6.6.1993
- Goldkonfirmation -

Vorbemerkung

Zum Verständnis der folgenden Texte hier einige Informationen:
Vom Januar 1993 bis März 1996 war ich Vorsitzender des Presbyteriums. In der Zeit vom 01.01. bis 30.09.1993 war die einzige Pfarrstelle unserer Gemeinde vakant. Die Konfirmanden des Jahrgangs wurden noch vom Emeritus konfirmiert, Beerdigungen von Pfarrern der Nachbargemeinden übernommen. Im übrigen haben zwei Predigthelfer die laufenden Amtshandlungen vollzogen. Auf diese Weise kommt es, daß in diesem Gottesdienst am 06.06.93 Goldene Konfirmation begangen wurde.


Kanzelgruß

Der Predigttext für den Sonntag Trinitatis steht im Buch des Propheten Jesaja im 6. Kapitel, Verse 1 bis 13:
(1) In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen
auf einem hohen und erhabenen Thron, und sein Saum füllte
den Tempel.
(2) Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel:
mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie
ihre Füße, und mit zweien flogen sie.
(3) Und einer rief zum anderen und sprach: "Heilig, heilig, heilig
ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!
(4) Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufens, und das Haus war voller Rauch.
(5) Da sprach ich: "Weh mir, ich vergehe“. Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den Herrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen"
(6) Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm,
(7) und rührte meinen Mund an und sprach: "Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, daß deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei. "
(8) Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: "Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein?" Ich aber sprach: "Hier bin ich, sende mich!"
(9) Und er sprach: "Geh hin und sprich zu diesem Volk: ‚Höret und verstehet's nicht; sehet und merket's nicht!’
(10) Verstocke das Herz dieses Volks und laß ihre Ohren taub sein und ihre Augen blind, daß sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich nicht bekehren und genesen."
(11) Ich aber sprach: "Herr, wie lange?" Er sprach: „Bis die Städte wüst werden, ohne Einwohner, und die Häuser ohne Menschen und das Feld ganz wüst daliegt.
(12) Denn der Herr wird die Menschen weit wegtun, so daß das Land sehr verlassen sein wird.
(13) Auch wenn nur der zehnte Teil darin bleibt, so wird es abermals verheert werden, doch wie bei einer Eiche und Linde, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stumpf sein."  
Jes. 6, 1 - 13

Herr, unser Gott,
die Worte deines Propheten sind voller Rätsel - wir verstehen nicht,
was er meint ..'und was die Bilder ausdrücken, die er sieht.
Und doch erkennen wir, daß auch wir hören und nicht verstehen, sehen
und nicht merken. Auch in unserer Zeit sind Herzen verstockt, Ohren
taub und Augen blind - Herr, wohin führst du uns? -
Amen.

Vor einer Woche (29.05.1993) kamen bei einem Brandanschlag auf das Haus einer türkischen Familie in Solingen fünf Menschen ums Leben:
- Sayme Gene (4 Jahre alt)
- Hülya Gene (8 Jahre alt)
- Gülüstan Öztürk (12 Jahre alt)
- Hatice Gene (18 Jahre alt)
- Gülsen Inci, geb. Gene (27 Jahre alt)
Warum? - Wer tut das ?
- vgl. KÖLNER STADT-ANZEIGER 125 vom 01.06.1993 und 129 v. 05/06. Juni 1993

Für mich sind derartige Ereignisse Zeichen und Auswirkungen der Angst und Sprachlosigkeit in unserer Gesellschaft. Da ist die Angst vor einer Welt, die man nicht mehr versteht. Da ist die Angst vor dem eigenen Versagen in einer Gesellschaft, in dar angeblich nur Leistung sich auszahlt - und auszahlen soll. Da ist die Angst vor allem Fremden und Unbekannten - seien es Menschen, sei es eine Kultur oder Religion, sei es auch eine bedrohlich unbekannte Zukunft - und es gibt da die Angst vor Gewalt und Zerstörung.
Und da ist auch die Sprachlosigkeit, die keine Worte mehr findet, um die Welt für das eigene Verstehen zu erklären. - Immer mehr Menschen übernehmen fremde Schlagworte und bauen aus ihnen ihr Weltverständnis. Ihr eigenes Erleben in Worte zu fassen, das fällt schwer. Noch schwerer fällt es, dann auch noch die eigenen Gefühle auszudrücken so, daß andere sie verstehen und berücksichtigen können. In solchen Fällen ist es schwer, dem eigenen Leben Inhalt und Ziel zu geben.
Weil das so ist, deshalb staut sich meiner Meinung nach  immer häufiger eine dumpfe Wut an - oder eine maßlose Langeweile. Beides führt immer wieder auch zu Gewalttaten - zu solch grausamen, sinnlosen Taten, die uns verzweifeln lassen. -
Wir können aber auf die Frage "Warum?" auch theologisch mit Worten des Propheten oder des Apostels antworten und sagen: Gott hat die Menschen verstockt. Er selbst ist es, der ihnen die Angst ins Herz gibt und die Sprache raubt - vielleicht, damit sie zur Besinnung kommen? Ich bin kein Prophet und kein Apostel. Auch mir bleibt rätselhaft, weshalb das alles kein Ende nimmt.
Nach dem Zeugnis der Bibel hat es Gott aber immer wieder so gefügt, daß Menschen den geraden Weg zu ihm nicht finden konnten, damit sie danach den Weg zu ihm umso klarer erkennen konnten.
Als Jesaja lebte, das war etwa 700 Jahre vor Christi Geburt, war Palästina geteilt. Im Nordreich Israel breiteten sich Nichtbeachtung des Mosaischen Gesetzes und grobe Mißstände in Kult und Sozialordnung immer mehr aus. Da treten Propheten auf, die in mächtiger Rede betonen, daß Opfer ohne Erfüllung von Gottes Willen wertlos seien - und zur Rückkehr zu Gottes Geboten aufrufen. Jesaja ist einer dieser Propheten. Er lebt im Südreich, in Juda, dessen Hauptstadt Jerusalem ist. In unserem Text berichtet er Verschiedenes;
- Er sieht Gott.
- Er fühlt sich in den Tempel Gottes versetzt und wird gereinigt.
- Gott ruft.
- Jesaja antwortet.
- Gott gibt ihm einen Auftrag.
Jesaja sieht Gott.
Er sieht ihn ganz anders, als die meisten von uns sich Gott vorstellen.
Mächtig ist er. Allein der Saum seines Mantels füllt den Tempel ( 9 x 27 x 13,5 m). Himmlische Wesen schweben hoch über ihm und rufen einander zu:
Heilig, heilig, heilig
ist der Herr Zebaoth,
alle Lande sind seiner Ehre voll!
Ja, das ist wohl ein himmlischer Lobgesang und wir können den Propheten verstehen, der bei diesem Geschehen verzagen will. Doch eines der himmlischen Wesen kommt auf ihn zu, berührt seine Lippen mit glühender Kohle vom Altar - und damit gewinnt Jesaja Zuversicht. Jetzt ist er frei - von seiner Sünde als Mensch vor Gott befreit. Nun hört er auch Gottes Stimme, die fragt, wen er senden soll und wer sein Bote sein soll. Jesaja ist kühn. Er sagt zu Gott: "Hier bin ich. Sende mich!" - Das ist ein ungewöhnliches Wort. In allen anderen Berufungsberichten der Bibel muß Gott den Menschen Mut machen und zusätzliche Kraft geben, damit sie seine Boten werden und seine Aufträge erfüllen. Hier meldet sich einer freiwillig.
Dann folgt Gottes Auftrag: "Geh hin zu diesem Volk und sprich: 'Höret's und verstehet's nicht; sehet und merket's nicht.' Verstocke das Herz dieses Volks und laß ihre Ohren taub sein und ihre Augen blind, daß sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich nicht bekehren und genesen.“ Dieser Auftrag ist grausam - und auch übermenschlich. Kein Mensch kann die Herzen anderer verschließen, daß sie nicht verstehen, was ihnen geschieht. Das kann nur Gott. Der Prophet ist nur sein Werkzeug.
Wir können aus der Aufzählung viele bekannte Details herauslesen:
Verstocke das Herz,
laß ihre Ohren taub sein,
ihre' Augen blind
nicht sehen mit den Augen,
noch hören mit den Ohren
noch verstehen mit ihrem Herzen -
das alles geschieht heute noch tagtäglich auf dieser Welt - und wir fassen es nicht. -
Wir feiern heute die Goldene Konfirmation derer, die vor fünfzig Jahren konfirmiert worden sind.
Damals war Krieg. Im Jahre 1943 fiel Stalingrad - für viele die Kriegswende und der Anfang vom Ende des nationalsozialistischen Reiches.
Die letzten deutschen Soldaten verließen Afrika. Italien kapituliert vor den Westmächten und erklärt Deutschland den Krieg.
Im Warschauer Getto bricht der Aufstand der Juden aus.
Auf einer Konferenz in Teheran legen Roosevelt und Churchill und Stalin die künftige Westgrenze der UdSSR fest.
In München verteilen die Geschwister Scholl, Hans und Inge, antifaschistische Flugblätter. Sie werden verhaftet und zum Tode verurteilt.
Im gleichen Jahr wird der Farbfilm "Münchhausen" mit Hans Albers aufgeführt und "Romanze in Moll" unter der Regie von Helmut Käutner.

Nur wenige von uns können sich in diese Zeit versetzen. Wer sie selbst erlebt hat, hat vieles verdrängt und manches auch vergessen. Wir haben aber auch viel über diese Zeit gelernt und konnten viel lesen, hören und sehen. Wir wissen auch, daß vielen Menschen guten Willens die Ohren verschlossen, die Augen bedeckt und das Herz verhärtet wurde, daß sie das Unrecht um sie herum nicht erkannten.
Auffallend ist in solchen Zeiten, daß immer die anderen die Schuld tragen. Etwas Ähnliches haben wir erfahren mit dem Zusammenbruch der DDR und in der Art des Umgangs mit den Menschen, die mit dem Staat in näherem Kontakt waren. Sie lehnen die Mitverantwortung ab - und können nur bescheiden die Schuld für Unrecht und Unmenschlichkeit bei anderen finden.
Auch bei uns heute ist das so. Wen immer wir hören - kein Verantwortlicher sagt es öffentlich, es könnte sein, daß seine Entscheidungen in der Vergangenheit, daß seine Art zu denken und zu reden über die ungelösten Probleme unserer Zeit dazu beigetragen haben könnte, daß viele Menschen keinen Weg mehr sehen in die Zukunft hinein, daß viele Menschen andere suchen, die schuld sein könnten daran, daß dies so ist.
Sind wir vielleicht alle verstockt in unseren Herzen - sehen wir nicht und hören wir nicht? Mir scheint oft, als sei das tatsächlich heute der Fall.
Der Prophet Jesaja fragt nun Gott, wie lange diese Verstockung andauern wird. Und Gott gibt eine schreckliche Antwort. Das Land muß öde und verlassen sein - die Menschen müssen verschwinden. - Nur eine ganz kleine Hoffnung bleibt: Ein Stumpf - wie bei einer gefällten Eiche - wird bleiben, der als heiliger Same wirken soll. - Soweit der Prophet Jesaja. -
Doch Gottes Weg mit uns Menschen ist mit ihm nicht am Ende. Kaum hundert Jahre danach wird das Volk der Juden hinweggeführt nach Babylon. Fünfzig Jahre später kehren die Juden nach Palästina zurück. Ihr Tempel wird neu aufgebaut.
In diese Zeit fällt des Propheten Sacharja Wort: "Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth" - Sach.4, 6 -. Ich habe im letzten Gemeindebrief etwas dazu gesagt.
Wir Christen haben tatsächlich etwas erfahren vom Ende der Verstockung der Herzen. Zu Pfingsten hat der Heilige Geist die Jünger erfüllt und ihnen die Fähigkeit gegeben, hinauszugehen in alle Welt und von Gott und seiner Liebe zu den Menschen zu berichten - ja, Zeugnis abzulegen für diese Liebe.
Der Apostel Paulus war selbst ein Verstockter. Als Pharisäer Saulus verfolgte er voller Leidenschaft die Christen und sah darin seine ihm von Gott gegebene Aufgabe. Als ihm aber bei Damaskus Christus erschien, da wandelte sich sein Herz - er erblindete - und als er das Augenlicht wieder hatte, da sah er klar. Paulus ist einer der größten Lehrer des Christentums geworden, die die Geschichte hervorgebracht hat. Und auch er spricht von der Verstockung, die Gott den Israeliten auferlegt. - Er aber weiß eine Antwort, die Jesaja so nicht kennen konnte. Für ihn ist die Verstockung eines Teils der Juden der Preis für die Errettung aller - und zwar deshalb, damit nicht einer sich gegenüber dem anderen erheben kann und sagen: "Ich aber bin den richtigen Weg gegangen" - vgl. Röm 11, 7 ff - .
Wenn das so ist, dann sind in gewisser Weise wir alle im Herzen verstockt, blind und taub. Wir hören die Botschaft von der Liebe Gottes - und es fällt uns schwer, sie in dieser Welt Wirklichkeit werden zu lassen. Und doch, so blind und taub sind wir nicht. Weihnachten und Karfreitag - das "Thronbesteigungsfest Jesu" wie Pastor Grau (ein Bewerber um die vakante Pfarrstelle in seiner Probepredigt) am vergangenen Montag sagte - und Ostern haben uns als Botschaft und befreiende Realität im Glauben tatsächlich erreicht. Zu Pfingsten erfaßte die Jünger das Feuer des Heiligen Geistes - und sie gaben davon weiter.
Wenn wir heute den Sonntag Trinitatis begehen, dann wird uns diese Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist wahrlich die "Tiefe des Reichtums der Weisheit und der Erkenntnis Gottes" lebendig werden lassen - Röm. 11,33 -: Die mächtige Erscheinung Gottes, wie Jesaja sie erlebte, und der sogenannte Verstockungsbefehl, der den Menschen Not bereitet, - dann Jesus Christus, der aus Liebe Gottes zu den Menschen den Leidensweg auf Erden unter den verstockten Menschen auf sich nimmt, um sie näher zu Gott zu bringen, schließlich der Heilige Geist - der diese Liebe lebendig werden läßt in uns allen. -
Wie Jesaja den Auftrag Gottes auf sich nahm - so nach ihm viele andere Propheten. - Auf eine ganz bescheidene, unvollkommene Weise haben auch wir uns Gott versprochen - in der Konfirmation, in der wir uns der Kirche Jesu Christi zugewandt haben.
Auch vor fünfzig Jahren gab es die Frage an die Konfirmanden - heute ist sie wohl etwas verändert in der Agende unserer Landeskirche -in der es nach dem gemeinsam gesprochenen Glaubensbekenntnis heißt: Nun frage ich euch:
"Wollt Ihr in solchem Glauben
durch Gottes Gnade bleiben und wachsen?
So antwortet: "Ja!"
Wir haben auf diese Frage alle einmal mit "JA" geantwortet: Die Gold-Jubilare unter uns, die älteren und die jüngeren Konfirmierten - und wir hoffen wohl alle, daß noch recht viele nach uns dieses "JA" sprechen können. Wir können nur hoffen und beten, daß dieses JA auch nach fünfzig Jahren und mehr lebendig ist und von uns gelebt werden kann mit allen Höhen und Tiefen, die nun einmal zum Leben gehören. Die Goldene Konfirmation ist ein solch festlicher Höhepunkt - nicht nur im Leben der Jubilare, sondern der ganzen Gemeinde.

Herr,
du bleibst unergründlich und rätselhaft. Aber du läßt das Heil leuchten in der Welt, damit die Hoffnung nicht erlösche und dein Wort seinen Weg findet.
Gib uns Kraft und Mut, als deine Boten auf dieser Welt zu leben. Amen

Kanzelsegen

Ansprache an die Goldkonfirmanden
Liebe Goldkonfirmanden,
im Jahre 1943 - mitten in den Kriegswirren - wurden Sie konfirmiert, im Glauben "gefestigt", wie das lateinische Wort im Deutschen heißen würde.
Ich bin sicher, daß Ihnen das Leben manche Mühsal bereitet, Last auferlegt und auch im Glauben nicht nur gerade Wege gewiesen hat. Und doch meint Gott es gut mit uns Menschen und er möchte schon, daß wir wissen, daß er in unserer Nähe ist, ja, daß er zu uns gehört und in uns wohnt. Als Zeichen dafür sind uns gegeben
- das Sakrament der Taufe für den Beginn des guten Werkes Gottes an uns,
- die Konfirmation, als unsere Zustimmung und Antwort auf Gottes Werk: Ja, Gott, du hast gut angefangen - arbeite weiter mit mir!
- das Sakrament des Heiligen Abendmahls als Gottes Zustimmung und innigste Zuwendung zu uns Menschen, daß nichts uns von ihm trennen kann.
Ich hoffe, daß Sie Gott erfahren haben in dieser langen Zeit durch
- Glück und Freude,
- Gelingen und Vertrauen ebenso wie
- in Verzweiflung, Gleichgültigkeit und Verzagen!
Wir wollen uns nun gemeinsam tragen durch das Glaubensbekenntnis von Geschwistern aus uralten Zeiten, das uns mit Christen über die Konfessionen hinweg verbindet: eg S.1646

L i e d e r

EKG 112 Brunn alles Heils ... eg 140
EKG 111 Gelobet sei der Herr ... eg 139
EKG 254 Ich will dich lieben ... eg 400
EKG 236 Bis hierher hat mich Gott ... eg 329
EKG 160 Kommt her, Ihr seid geladen ... eg 213

Dokumentation (aktualisiert 2009)
1. "... Das dritte Mal war am 29. Mai 1993, .als ich morgens um acht vor dem Haus in Solingen stand, in dem fünf türkische Frauen und Mädchen verbrannt worden waren. Da habe ich gedacht, es lohnt sich alles nicht. Du kannst die Welt nicht ändern. ... Ich habe alle drei Male die Kraft gefunden, weiterzumachen ..." Johannes Rau, damals Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, auf die Frage, ob er in seinem Politikerleben jemals daran gedacht habe, aufzugeben. Zitiert nach
Rüdiger Reitz und Manfred Zabel (Hrsg.) "Johannes Rau. Stationen und Begegnungen", Gütersloh, Gütersloher Verlagshaus. 1999, S. 198
2. KÖLNER STADT-ANZEIGER 81 - 2009 - 04 - 06
- Rita Neubauer "Wie die Krise Killer formt",
Fachleute nennen die Taten frustrierter Arbeitsloser "Ökonozid" (= Ökonomie + Suizid), oft mit Amok-Vorspiel
- dpa-Meldung: "Vater schlägt Kinder mit Hammer". Berndorf/Korbach
Zwei Mädchen in Lebensgefahr - Sein Motiv: Perspektivlosigkeit
- dpa-Meldung: "Polizei muß Tatablauf korrigieren"
Bei der Verfolgung des Amokläufers von Winnenden gab es eine folgenschwere Panne.
München/Stuttgart
3. KÖLNER STADT-ANZEIGER 83 - 2009-04-08, S.83
- Iris Hilberth "Tod auf dem Gerichtsflur“
60-Jähriger erschießt wegen Erbschaftsstreit Schwägerin und sich selbst
Landshut
KÖLNER STADT-ANZEIGER 83, 2009-04-08: "Kinder wegen versuchten Mordes angeklagt - Die zehn und elf Jahre alten britischen Brüder quälten Gleichaltrige." (dpa)
Neben versuchtem Mord wird den beiden Kindern euch Raub zur Last gelegt. In England sind Kinder schon mit zehn Jahren strafmündig.
London

Materialien

Kaiser, Otto
"Das Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 1 - 12"
- Übersetzung und Kommentar -
Göttingen. Vandenhoeck & Ruprecht. 5.A.1981, S. 120 - 134 in der Reihe "Altes Testament Deutsch - ATD -", Band 17
Voigt, Gottfried. Die geliebte Welt. Homiletische Auslegung der Predigttexte. Neue Reihe III. 2. Aufl. Goettingen: Vandenhoek & Ruprecht, 1986. S. 271-278.
Westermann, Claus "Ausgewählte Psalmen"
- Übersetzung und Kommentar -
Göttingen Vandenhoeck & Ruprecht. 1984, S. 53 - 62 ( zu Psalm 13)
Albrecht-Heide, Astrid und Albrecht, Ulrich. [Assoziation zu Tag der heiligen Dreifaltigkeit (Trinitatis): Jes 6, 1-13]. In:
Jens, Walter (Hrsg.). "Assoziationen. Band 3 - Gedanken zu biblischen Texten". Stuttgart. Radius Verlag, 1980, S. 140 – 142
Daewel, Hartwig (Hrsg.) "Ihr seid teuer erkauft". (Predigtgedanken aus Vergangenheit und Gegenwart , Reihe D, Bd. 3). 1. Aufl. Berlin: Evangelische Verlagsanstalt, 1975. S. 7 - 17


Nachmittagsandacht der Goldkonfirmanden

Monatsspruch vom Juni 1993:
Ich aber traue darauf,
daß du, Herr, so gnädig bist,
mein Herz freut sich,
daß du so gerne hilfst.
Ich will dem Herrn singen,
daß er so wohl an mir tut.
PS. 13,6 (Luther, 1912)
Lied: nach Wahl, sonst: EKG 274 "Jesu geh voran ..." eg 391
Der Monatsspruch ist der letzte Vers eines Psalms, der mit den Worten beginnt:
Wie lange, o Herr, vergißt du mich dauernd?
Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir ?
Wie lange soll ich Schmerzen in meiner Seele tragen,
Kummer in meiner Seele Tag und Nacht? -
PS. 13,2 f
(Claus Westermann, 1984)
Wie oft mögen wir in unserem Leben so oder ähnlich zu Gott gerufen haben? - Daß uns Gott verlassen hat, zieht sich durch die Zeugnisse der Bibel vom Alten Testament bis zu Jesu Tod. Daß wir Schmerzen und Kummer tragen müssen - ist uns selbstverständlich, daß wir nicht weiter fragen, woher das kommt. Aber all diesem ausgesetzt zu sein - Tag und Nacht ohne Unterbrechung, vor allem aber, ohne Aussicht auf ein Ende, das macht uns zu schaffen. Es geht uns an die Nieren. Viele verzweifeln daran.
Der Schlußvers, unser Monatsspruch, setzt ein Gegengewicht zu dieser Klage:
Ich aber,
auf deine Güte traue ich,
es juble mein Herz
über deine Hilfe! PS. 13,6
(Claus Westermann, 1984)

Über das Vertrauen wächst dem Psalmdichter die Hilfe Gottes zu. Und nun findet er Grund und Anlaß zu Jubel und Gesang:
Ich will dem Herrn singen, denn er hat an mir gehandelt.
PS. 13,6 (Claus Westermann, 1984)

Lieder zur Auswahl
EKG 274 Jesu geh voran ... eg 391
EKG 198 Lobe den Herren, o meine Seele eg 303
EKG 234 Lobe den Herren, den mächtigen eg 317

Dienstag, 3. März 2009

Deutscher Herbst

23.10.1977 20. Sonntag nach Trinitatis

Kanzelgruß:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen! Amen.

Den Predigttext für den heutigen, 20. Sonntag nach Trinitatis finden wir im Evangelium nach Johannes im 6. Kapitel, in den Versen 37 bis 40 und 44. In der Übersetzung von Ulrich Wilckens heißt es:
(37) Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht zurückstoßen.
(38) Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen eigenen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
(39) Darin, aber besteht der Wille dessen, der mich gesandt hat:
daß ich von all denen, die er mir gegeben hat, keinen umkommen lasse, sondern sie auferwecke am letzten Tage.
(40) Ja, das ist der Wille meines Vaters: Jeder, der den Sohn sieht
und an ihn glaubt, soll das ewige Leben haben; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. ...
(44) Niemand kann zu mir kommen, wenn ihn nicht der Vater, der mich gesandt hat, zu mir zieht; und ich werde ihn am letzten Tage auferwecken.

Ulrich Wilckens Übersetzung des "Neuen Testaments" Furche Verlag, Hamburg u.a. 3.A. 1971.S. 332 ff

Herr, wir vergessen leicht, woher wir kommen und wir wissen nicht, wohin wir gehen. Du aber begleitest uns auf unseren Wegen. Laß uns auch heute in diesem Gottesdienst dein Wort recht verstehen. Amen.

Zum Verständnis des Textes ist es hilfreich, an den Anfang des Evangeliums zu denken.
(1) Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
(2) Dieser war im Anfang bei Gott.
(3) Alles ist durch ihn entstanden, und ohne ihn entstanden ist nichts von dem, was besteht.
(4) In ihm ist das Leben, und das Leben war der Menschen Licht.
(5) Und das Licht scheint in der Finsternis, doch die Finsternis hat es nicht angenommen.

Hier ist von Gott und von Jesus, seinem Sohn, die Rede, von dem Sohn, der in die Welt - die Finsternis - kommt. Er wird nicht angenommen. Im 6. Kapitel nun geschieht das Wunder der Speisung der 5000 Menschen - Verse 1 bis 14 -. Die "Finsternis" erkennt das "Licht", aber versteht diese Erkenntnis falsch. Man denkt daran, ihn zum König zu machen. Hier setzt nun unser Text ein. Den Übergang bildet das Wort Jesu: "Ich bin das Brot des Lebens" (V. 35)
Seit Wochen vergeht kein Tag, an dem nicht die Nachrichten in Presse und Rundfunk und Fernsehen über Gewalt, Mord, Erpressung und Terror berichten.
Was ist das für eine Welt, in der Gewalt, Mord und Terror zum täglichen Leben gehören?
Die Älteren unter uns denken vielleicht an die 20er Jahre und meinen, daß die Auseinandersetzungen der Parteien in der Weimarer Zeit gerade hier im Rheinland und im Ruhrgebiet Mord, Totschlag und Terror ebenso kannten.
Wer heute jung ist, unsere Konfirmanden etwa, der mag fragen, ob nicht der Krieg in anderen Teilen der Welt und ob der Hunger in den Entwicklungsländern nicht ebenso erschreckend sind wie diese Gewalt hier unter uns heute.
Sie haben alle recht.
Es geht hier auch nicht um die Abwägung von Übeln unserer Zeit, um eines besonders anzuklagen. Es geht hier um Fragen anderer Art, die uns in diesen Tagen vor allem beschäftigen:
- Wie kommt es, daß Mord, Gewalt und Terror mitten unter uns Raum gewinnen können?
- Was haben wir getan oder unterlassen, daß dies möglich war ?
- Was können wir dagegen tun?
- Wie geht es weiter?
- Wie kommt es, daß Mord, Gewalt und Terror mitten unter uns Raum gewinnen können?

Wer es wollte, der konnte in diesen Tagen nachlesen, welchen Lebensweg einige der bekanntesten Terroristen hatten. Das Erschütternde an vielen dieser Schicksale ist, daß sich diese Menschen von ihrer Begabung, der Herkunft und ihrer Ausbildung nicht von einem von uns unterschieden, ehe sie zu Verbrechern wurden. Es gibt sicher viele Gründe, weshalb diese Menschen schließlich zu dem wurden, als was sie starben. Sicher ist jedenfalls, daß sie nicht mehr in der Lage waren, die Konflikte unserer Zeit und die in ihrem Leben zu lösen oder auch nur zu ertragen.
Die katholischen Bischöfe Deutschlands haben in ihrer Erklärung zum Terrorismus festgestellt, allzu viele in unserer Gesellschaft verträten die Ansicht, alles auf dieser Welt sei machbar und erreichbar. Aus dem Glauben an das Machbare sei gerade bei jungen Menschen die Unzufriedenheit über vorhandene Mängel, Ungerechtigkeiten und ungelöste Probleme erwachsen. Nicht wenige unserer Mitbürger, so stellen die katholischen Bischöfe fest, wissen keine Antwort mehr auf die Frage nach dem Sinn ihres Lebens.
Präses Immer von der Evangelischen Kirche im Rheinland stellt fest:
"Wenn in einer Gesellschaft der Umgang miteinander und das Reden übereinander zunehmend verwildern, wird ein vergiftetes Klima erzeugt, das Fanatismus und Gewalttätigkeit fördert."
Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD - weist in seiner Erklärung darauf hin, daß ein Verlust verbindlicher Werte und Angst vor der Zukunft auch die junge Generation verunsichert habe.
Das sind einige Erklärungen, die uns einleuchten. Mir scheint außerdem, daß diese Menschen Gottes Botschaft, seinen Auftrag an uns, nicht mehr kannten.
Doch ist es gefährlich, wenn wir uns mit der Erklärung dieser Ursachen aus der Situation persönlich heraushalten.
- Was haben wir getan - oder unterlassen -, daß diese Entwicklung möglich war?
Der Rat der EKD sagt es deutlich: Wir sind dem einseitig konfliktbetonten Verhalten in unserer Mitte nicht deutlich genug entgegengetreten und haben Gebot und Verheißung Gottes nicht klar genug verkündigt. Wenn wir diese Worte auf unser persönliches Leben beziehen, dann heißt das, daß wir nicht genügend dazu beigetragen haben, Konflikte auszutragen und die Botschaft Jesu Christi nicht deutlich genug bezeugt und verkündigt haben - das alles könnte mündlich geschehen, vor allem aber durch unser Tun. Fragen wir uns, ob wir deutlich genug haben erkennen lassen, was der Sinn, der Inhalt unseres Lebens ist, gerade auch den Menschen gegenüber, die einen Sinn in ihrem Leben suchen? Ist uns im Zeitalter der Herzverpflanzungen und der Weltraumfahrt immer deutlich geblieben, daß wir dennoch Geschöpfe und nicht Schöpfer sind?
Wissen unsere Kinder genau, daß vieles wohl möglich und wünschenswert - aber dennoch gerade für sie und für uns eben nicht geeignet ist? Fragen wir uns so - und bleiben wir aufrichtig. An manchen Punkten werden viele von uns erkennen müssen, daß sie dem Zug der Zeit gefolgt sind. Wir haben nur allzu oft beigetragen zu einer Entwicklung, die uns heute erschreckt.
Was können wir dagegen tun?
Jesus Christus hat einem Menschen, der ihn nach dem wichtigsten Gebot fragte, erklärt: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit allen deinen Gedanken.
Das ist das größte und erste Gebot. Das zweite ist ihm gleich: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."
Wenn wir diese Botschaft hören und zu verstehen suchen, dann tun wir Entscheidendes, um die weitere Entwicklung des Terrors zu verhindern. Doch müssen wir darüberhinaus erkennen, daß es nicht in unsere Hand gelegt ist, ob wir Gottes Gebot erfüllen. Wir brauchen dazu die Gnade Gottes. In unserem Predigttext heißt es: "Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen." Und unmittelbar zuvor sagt Jesus: "Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern; und wer an mich glaubt, nie mehr dürsten." So lebensnotwendig wie das Brot für unser körperliches Leben, so ist die Liebe und Gnade unseres Gottes für unser geistliches Leben in gleicher Weise unerläßlich.
Was heißt das nun für unser persönliches Leben hier und jetzt? Zunächst bedeutet es eine Einschränkung: Was immer wir denken und tun, es steht unter dem Vorbehalt, daß wir Gottes Geschöpfe sind und seine Gnade brauchen. Wir tun also nichts aus eigener Kraft, eigenem Können heraus, sondern wir sind uns stets bewußt, daß alles, was wir tun, durch Gottes Hilfe geschieht.
Dann aber bedeutet diese Erfahrung eine ungeheure Erleichterung: Es lastet eben nicht die ganze erschütternde Not der Welt auf unseren Schultern! Nicht wir müssen die Welt verbessern, von Grund auf ändern, Gott übernimmt das. Er wirkt durch uns auf seine Weise. Wir dürfen darauf vertrauen. Unsere Frage war, was wir gegen den Terror tun könnten. Prüfen wir uns stets von neuem, welchen Sinn unser Leben hat, und ob wir den rechten Weg gehen. Wir könnten mehr miteinander reden - auch über das, was wir aneinander nicht verstehen. Wir können einander noch mehr helfen, als wir es bereits bisher getan haben.
- Wie geht es weiter?
Für diejenigen, die in diesen Wochen besondere Verantwortung tragen und gerade die Verantwortlichen in den Krisenstäben und für die Verhandlungspartner der Terroristen, ist es wohl das Schwerste gewesen zu wissen, daß sie auf diese Frage zu keinem Zeitpunkt eine Antwort wußten. Wir wissen auch heute noch nicht, wie es weiter geht. Die letzte Woche hat uns gezeigt, daß wir Menschen ein Ende von Gewalt und Terror nicht absehen können.
In den ersten Tagen der Schulferien, in denen die Nachrichtensendungen und zeitweise das ganze Hörfunk- und Fernsehprogramm von Berichten über die Terrorszene bestimmt war, hat mich die Kinderfrage bewegt: "Vater, was sind Terroristen?" Die Frage ist zu beantworten - auch so, daß 10- und 11-jährige sie verstehen können. Aber welches Weltbild lernen unsere Kinder kennen, in welche Welt wachsen sie hinein? Das ist die bedrückende Frage nach dem: Wie geht es weiter?
Es wird sich zunächst nichts ändern, wenn nicht auch wir uns ändern. Gott hat uns gerufen. Folgen wir ihm? Wenn wir das tun, dann gilt für uns dann auch die Verheißung unseres Textes:
"Darin aber besteht der Wille dessen, der mich gesandt hat; daß ich von all denen, die er mir gegeben hat, keinen umkommen lasse, sondern sie auferwecke am letzten Tage . . . ich werde ihn am letzten Tage auferwecken."
So gehen wir nun getrost in die neue Woche hinein, besorgt um der Menschen Schicksal aber in der Gewißheit, daß Gott keinen zurückstößt, der zu ihm kommt. Wir werden immer wieder neue Wege suchen müssen, um den Weg zu Jesus Christus zu finden. Doch dürfen wir gewiß sein, daß er uns erwartet und erlöst. -
Wir bitten, Herr,
gib uns die rechte Zuversicht und führe uns den Weg zu dir. Amen.

Kanzelsegen:
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft,
bewahre unsere Herzen uns Sinne in Christus Jesus. Amen.

Lieder:
- "Du meine Seele, singe ..." EKG 197/EG 302
- "Dir, dir, o Höchster Will ich singen ...“ EKG 237/EG 328
- „Gib dich zufrieden ..." EKG 295/EG 371
- "Gott liebt diese Welt ...« EKG 514/EG 409

Materialien:
Siegfried Schulz "Das Evangelium nach Johannes"
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 14.A. 1978, S.94 ff - NTD 4 -
Ulrich Wilckens, NTD 4, 17.A.1998, VIII, 353 S,
Ulrich Wilckens, NTD 4, 2.A. der Neubearbeitung. 2000. 361 S. ISBN 3-525-51379-8

Zur Chronik der Ereignisse
- siehe "Der Fischer Weltalmanach", S. Fischer Verlag/Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt/Main, Jahrgang 1978, erschienen Nov. 1977, - Weltchronik, Sp. 718 - 721 und Jahrgang 1979, erschienen Nov. 1978, - Weltchronik, Sp. 731 - 733, 871
- Stefan Aust "Der Baader-Meinhof-Komplex". München Th.Knaur Nachf. 1989, 592 S. Knaur-Taschenbuch 3874 - ISBN 3-426-03874-9

7.4.1977: Generalbundesanwalt Siegfried Buback und sein Fahrer Wolfgang Göbel werden von Terroristen auf offener Straße ermordet
28.4.1977: Urteil des Stuttgarter Oberlandesgerichts im "Stammheim-Prozeß" gegen die Terroristen Andreas Baader, Jan-Carl Ras und Gudrun Ensslin zu lebenslangen Freiheitsstrafen
30.07.1977: Erich Ponto, Vorstandssprecher der "Dresdner Bank", von Anarchisten tödlich verletzt.
05.09.1977: Entführung des Präsidenten der "Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände" Hanns-Martin Schleyer. Die Entführer bezeichnen sich als "Rote Armee Fraktion" RAF. Bei dieser Gelegenheit kommen ums Leben die Sicherheitsbeamten Reinhold Brändler, Roland Pieler und Helmut Ulmer sowie der Fahrer Schleyers Heinz Marcisz.
13.10.1977: Entführung der Lufthansamaschine "Landshut" 18.10.1977: durch Sonderkommando GSG 9 in Mogadischu beendet
am gleichen Tage wird Hanns-Martin Schleyer von Terroristen ermordet
19.10.1977: wird die Leiche bei Mülhausen/Elsaß aufgefunden
18.10.1977: Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Gudrun Ensslin begehen in der Strafvollzugsanstalt Stammheim bei Stuttgart Selbstmord.

vgl. auch DIE ZEIT: magazin 20 vom 09.Hai 1997 "Zwanzig Jahre Deutscher Herbst", Teil I: Commando Siegfried Hauser Commando Martyr Halimeh; magazin 21 v. 16.05.1997 Teil II: Mörderisches Finale*1, dokumentarische Erzählung von Heinrich Breloer

Fürbittengebet
Herr, unser Vater,
du hast uns deinen Sohn gesandt, daß er uns rufe und zu dir führe.
Du hast uns durch ihn das ewige Leben zugesagt. Wir aber handeln, als gäbe es dich nicht und tun, als hörten wir dich nicht.
Gib uns ein waches Herz, deinem Ruf zu folgen!
Wir bitten für die jungen Menschen, bewahre sie vor Irrwegen und lasse sie den Sinn ihres Lebens klar erkennen.
Stärke die Kranken und Schwachen, Gib Mut denen, die da zweifeln.
Wir bitten für die alten Menschen, sei du bei ihnen in den Stunden der Not.
Wir bitten für die Opfer von Gewalt und Terror. Gib ihnen Kraft und laß sie erkennen, daß sie geborgen sind in deiner Gnade.
Sei du bei denen, die Verantwortung für das Leben anderer tragen. Mit ihren Entscheidungen müssen sie oft Schaden zufügen, um größeren zu vermeiden. Steh du ihnen bei und gib ihnen die Zuversicht, daß du sie trägst. Gib ihnen die Kraft, den Anforderungen ihres Amtes gerecht zu werden.
Wir bitten für die Suchenden, für die Irregeleiteten und für die Verblendeten. Sei du bei ihnen in der Nacht ihres Daseins und zeige ihnen dein Licht.

Donnerstag, 26. Februar 2009

Fremde unter uns - Leben und Tod

1. Sonntag nach Trinitatis - 28.5.1989
Predigtext: Matthäus 9,35-38 u. 10, 1-7

Dem Bericht des Evangelisten - etwa 70 Jahre nach Christi Geburt - stelle ich zwei Ereignisse aus der Stadt Leverkusen im Jahre 1989 gegenüber :
- An den Tagen um Pfingsten werden Aussiedler, die in den Wohncontainer auf dem Parkplatz vor dem Freibad Auermühle leben, von verschiedenen Gruppen bedroht auf eine Weise, daß Polizei eingreifen muß, um Leib und Leben der Aussiedler zu schützen.
- Auf der Tagung der Kreissynode vor vierzehn Tagen berichtet Pfarrer Szyska, die Aussiedlerfamilien, die in den letzten Monaten in die Häuser an der Gustav-Heinemann-Straße hier in Manfort eingewiesen wurden, müßten kurzfristig ihre Wohnungen wieder verlassen, damit sogenannte "Schwarze" einziehen könnten.

Die Predigt heute spricht weniger über Jesu Worte. Sie zeigt vielmehr in Bildern, wie Menschen heute versuchen, auf ihre Weise Jesu Auftrag zu erfüllen,
- mit offenen Herzen das Leben der Menschen um uns zu begleiten,
- um Kraft für die Hilfe zu bitten,
- vor Gott und den Menschen einzutreten für die Botschaft von der Liebe Gottes zu uns Menschen,
- etwas vom Reich Gottes unter uns lebendige Wirklichkeit werden zu lassen.

Diese Predigt wird an uns vorbeigehen, wenn wir sie nur anhören - wir müssen schon in sie hineinhören, wenn wir hinter den Bildern, die uns beschrieben werden, Jesu Auftrag auch an uns erkennen sollen. Wir müssen auch hinter den Menschen, von denen wir hören, uns selbst erkennen - uns, die wir anders leben, fühlen und handeln.

In ihrem "Rundbrief", der einmal im Jahr - in der Vorweihnachtszeit - alle Verwandten und Bekannten ihrer Familie erreicht, schreibt meine Schwester im Jahre 1987, es habe sich soviel Belastendes und Bedrückendes ergeben, daß Albrecht, ihr Mann, am liebsten überhaupt nicht schreiben würde. Sie fährt dann fort: "...was wären das für Freunde, bei denen man sich nur melden darf, wenn man etwas Vergnügliches zu berichten weiß?" Und es finden sich neben dem Betrüblichen noch manche vergnügliche Mitteilungen. Danach aber berichtet sie vom Heiligabend 1986:

"... Mitten in die schönste Heilig-Abend-Hektik: In einer halben Stunde beginnt die Chorprobe, die Kartoffeln für den Salat sind noch nicht fertig geschält - wo bleibt mein Mann? Was muß er jetzt so lange telefonieren, er weiß doch, daß ich ihn jetzt brauche! – platzt die Nachricht: K.s, eine befreundete Kurdenfamilie aus dem Libanon und Asylbewerber, haben angerufen. Eine deutsche Hausmitbewohnerin hat von draußen durch die Fensterscheibe ins Wohnzimmer geschossen. Sie und ihr Freund, beide wohl angetrunken, haben K.s bedroht. Die sind zu einer türkischen Nachbarfamilie geflüchtet. Jetzt stehen die beiden Deutschen mit Waffen dort vor Tür und Fenster und stoßen Drohungen aus. Frau K. weint und hat Angst - sie ist von den ständigen Bombenangriffen in Beirut, bei denen sie ihr jüngstes Kind verloren hat, ohnehin sehr mitgenommen.
Mein Mann telefoniert mit der Polizei. Ich bin entsetzt und froh zugleich; froh, daß K.s uns kennen und daß sie sich getraut haben uns anzurufen, froh, daß mein Mann weiß, was man tun kann und daß er es tut. Der Kartoffelsalat wird unwichtig, irgendwie wird er doch noch fertig. Mein Mann soll zum Haus der Türken kommen um die Polizei zu leiten, weil zwar das Haus kennt, aber die Hausnummer nicht weiß. Ich eile zur Probe, bin aufgeregt. Es wurde geschossen und mein Mann geht dahin.
Als der Gottesdienst beginnt, sind die Kinder da, voller Spannung: „Ist der Papa da?" - "Nein!" - Wir sind unruhig, halten den Platz in der überfüllten Kirche mit zwiespältigen Gefühlen frei. Wird er kommen? Das Orgelvorspiel hat begonnen, da kommt er. Schnell flüstert er uns. zu: "Die Frau ist vorläufig festgenommen worden, gegen den Mann hatte man keine Handhabe. K.s können in ihre Wohnung zurück.“ Die Kinder sind beruhigt. Ich fange an, mir Gedanken zu machen über diese Frau, die nun in einer Zelle sitzt am Heiligen Abend. "Ich steh an deiner Krippen hier ..." Die Weihnachtslieder sind trotzdem schön, aber was heißt da "trotzdem"? ... "Ich lag in tiefer Todesnacht, du warest meine Sonne ..." Ob K.s das überhaupt empfinden, daß es gerade am Heiligen Abend passiert ist ? Sie sind Moslems. -
Für die Frau, die geschossen hat, hat der Tag sicher eine Rolle gespielt: „Die K.s sind Ausländer, gehören gar nicht hierher. Die können miteinander in der warmen Stube sitzen und fröhlich sein – K.s haben sechs Kinder und gehen sehr nett miteinander um - und wir, wir gehören nicht dazu, hier nicht, woanders nicht, uns bleibt nur der Alkohol, wenn wir mal die Sorgen vergessen wollen und das am Heiligen Abend ..."

Nach dem Gottesdienst ist die Familie bei den Schwiegereltern meiner Schwester. Der Schwiegervater ist seit Jahren bettlägerig und ein schwerer Pflegefall. Meine Schwester fährt fort:
"Es werden friedliche Stunden. Ob die Kinder - so wie ich - das vom Kerzenschein erhellte Zimmer, wo der Opa liegt, vergleichen mit einem Wohnzimmer mit durchschossener Scheibe, wo Frau K. weint, weil sie Angst hat? Es gibt keinen Streit, es gibt keine Nörgelei - wir sind froh, daß wir sicher beieinander sein können in unserem eigenen Land, auch wenn der Opa schon so lange krank ist, auch wenn die Oma morgens oft nicht weiß, wo sie die Kraft für den Tag hernehmen soll.
Nach dem Abendessen wollen wir nach Hause zur eigenen Bescherung, danach zur Christmette. Auf dem Rückweg setzt sich mein Mann ab: "Ich will nur noch sehen, wie es bei K.s aussieht." Wir anderen gehen heim, warten in der Küche, daß er kommt, damit wir zur Bescherung ins Wohnzimmer gehen können. Um 23:00 Uhr beginnt die Christmette. Es ist 22:00 Uhr - keine Zeit mehr für Bescherung und Christmette, wir halten einen kurzen Rat ab. Wir wollen zur Christmette. Wir hatten uns so darauf gefreut. ... Als mein Mann endlich kommt, ist es 23:45 Uhr vorbei, er ist überrascht, daß wir noch zur Christmette wollen, aber sehr einverstanden. Bei K.s ist alles in Ordnung. Vergnügt ziehen wir los.
Die Kirche ist dunkel, nur von Kerzen erhellt. Viele Jugendliche sind da, auch manche, die wir kennen. Es wird viel gesungen, Jugendliche sprechen Gebete, Vikar R. predigt. Er vergleicht unsere idyllischen Weihnachtsstuben mit der Situation von Maria und Joseph in Bethlehem. Unser älterer Sohn (14 J.) stupst mich an und tauscht verständnisinnige Blicke. Der Vikar spricht davon, daß die Lage von Joseph und Maria wohl eher mit der von Asylanten zu vergleichen sei. Unser jüngerer Sohn (12 J.) flüstert mir zu: "Wie K.s“. Der Schluß der Predigt bringt es auf den Punkt:
Die Weihnachtsgeschichte will nicht Zuckerguß über eine unheile Welt gießen, sie will nicht Frieden vortäuschen wo keiner ist; das aber tun wir, wenn wir die eine Seite, die Friedensbotschaft der Engel, für uns übernehmen - die andere Seite, das Fremdsein, die Ungeborgenheit und Hilflosigkeit anderen überlassen oder sogar zuschieben .
Die Weihnachtsbotschaft heißt: In unsere Angst, Hilflosigkeit, Verlassenheit hinein kommt Gott, um sie mit uns zu teilen, damit wir nicht zurückschlagen müssen, wenn wir geschlagen werden, sondern Frieden schließen können.
Wir alle vier haben das Gefühl, heute wäre die Predigt genau für uns gewesen.
Die Bescherung ist dann irgendwann zwischen 0:l0 und 1:00 sehr friedlich, sehr schön, nicht mehr wichtig - genau richtig."
- Soweit der Bericht meiner Schwester vom Heiligen Abend 1986 aus E.
In unserem Predigttext heißt es: Als Jesus das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie Schafe, die keinen Hirten haben. In dem Bericht meiner Schwester wird diese Lage an den beiden fremden Familien deutlich: Da ist die libanesische Familie, die in Deutschland das rettende Asyl sucht - und da ist die Frau aus Deutschland, die am Heiligen Abend den fremden Nachbarn in das Zimmer schießt, da ist der Mann, der mit dieser Frau die Fremden bedroht. Fast scheint es, als sei die Familie meiner Schwester die ruhige, die hilfreiche - vielleicht die rettende Kraft. Wer aber genau hingehört hat, der konnte auch da die Angst und Not in diesen Stunden spüren. Wenn es eine Kraftquelle gibt in diesem Bericht, dann ist es Jesu Botschaft, die ausstrahlt durch alle Ängstlichkeit und Sorge, durch innere und äußere Not hindurch.
Als ich den Bericht zum ersten Mal las, fragte ich mich, ob ich selbst wohl auch so konsequent gehandelt hätte wie mein Schwager. Ich weiß es nicht - ich bin mir dessen durchaus nicht sicher. Es kommt, so meine ich, auch nicht darauf an, ob wir so handeln wie andere handeln. Wichtig ist, daß wir auf Jesu Ruf hören, daß wir die Welt um uns her mit offenen Augen und aufnahmebereitem Herzen in uns aufnehmen und dann mit unseren Kräften, auf unsere Weise dort handeln, wo wir handeln können .

Die Geschichte meiner Schwester hat eine Fortsetzung. In ihrem Weihnachtsbrief 1988 berichtet sie von ihrer Kur, mit der ihr Herz gestärkt werden sollte, von dem Aufbruch von meinem Schwager, und den beiden Söhnen, die während die Mutter zur Kur ist mit dem Autoreisezug nach Salzburg fahren, um von dort den Urlaubsort in Kärnten mit dem Auto zu erreichen. Auf der Fahrt geraten sie auf die falsche Fahrbahn, ein Lkw kommt ihnen entgegen - Frontalzusammenstoß. Alle drei sind sofort tot. Meine Schwester schreibt: "Einer meiner dringendsten Wünsche, kurz nachdem ich die Nachricht von dem Unfall erhalten hatte, war, daß ich trotzdem lebendig bleibe, d.h. Schmerz, Trauer und Freude bei mir und anderen weiterhin wahrnehmen und erleben kann, ihnen weder ausweiche noch sie verdränge. In der ersten Zeit nach der Beerdigung habe ich es manchmal so erlebt, als sei etwas von der Neugier unseres älteren Sohnes, etwas von der Bereitschaft meines Mannes zuzuhören auf mich übergegangen. Diese beglückende Erfahrung ist einstweilen durch die ganz ernüchternde Erkenntnis abgelöst worden, daß ich im großen und ganzen schon noch die alte bin - oft zu schnell im Reden und zu schwerfällig im Spüren, was für den anderen wichtig ist. Aber ich merke es immerhin selbst; Mein Mann braucht mir nicht heimlich auf den Fuß zu treten. Manchmal empfinde ich schon so, als sei eine Folie zwischen mir und allem anderen, aber häufiger sind eigentlich die Zeiten, in denen ich deutlich spüre: ich lebe und gehöre dazu."
Das schrieb meine Schwester im Weihnachtsbrief des vergangenen Jahres (1988).
Ich habe an der Beerdigung teilgenommen. Es kamen viele Menschen. Besonders berührt hat mich die Gruppe der Ausländer, darunter sicher viele Asylbewerber, die sich zurückhielten und sich mit ihrer fremdländischen Tracht, mit ihrer dunklen Hautfarbe deutlich von den anderen unterschieden. Dann aber traten sie als letzte an meine Schwester heran und umarmten sie - diese fremdartigen und rätselhaften Menschen taten das auf eine eindringliche, innige und zugleich scheue, ganz zarte Art. Auch das war ein Gegensatz zu den anderen, die hier versammelt waren - nicht wenige erschüttert, verzweifelt, verkrampft, stumm - - -
Ich sehe seither die fremdartigen Gestalten auch hier in Leverkusen mit anderen Augen als zuvor. In der Danksagung schreibt meine Schwester: "... Viele haben uns gesagt und geschrieben, daß sie keine Worte des Trostes finden können. Vielleicht nehmen wir alle aus diesen Tagen die Erfahrung in unseres weiteres Leben mit, daß auch eingestandene Hilflosigkeit hilfreich sein kann, weil sie uns miteinander verbindet und auf den verweist, der uns Trost und Hilfe geben kann . "

Dienstag, 17. Februar 2009

Fasten einmal anders: Staat und Gesellschaft

Estomihi (2002-02-10)

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Wir hören eine Auswahl aus dem Predigttext für den heutigen Sonntag Estomihi aus dem Buch des Propheten Jesaja im 58. Kapitel, und zwar
die Verse 3 bis 9:
(3) "Warum fasten wir, und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir
unseren Leib, und du willst's nicht wissen?“ - Siehe, an dem
Tage, an dem ihr fastet, geht ihr doch euern Geschäften nach
und bedrückt alle eure Arbeiter.
(4) Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit
gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie Ihr
jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll.
(5) Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag,
an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen
läßt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr
das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der Herr Wohlgefallen hat?
(6) Das aber ist ein Fasten, an dem ich Wohlgefallen habe:
Laß los, die du mit Unrecht gebunden hast, laß ledig, auf
die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg!
(7) Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach
sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide
ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
(8) Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und
deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen.
(9) Dann wirst du rufen, und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich."

Lieber himmlischer Vater,
laß das Wort deines Propheten zu einem Licht werden, das uns den Weg durch diese - oftmals so dunkle und uns trostlos erscheinende - Welt zeigt, den Weg zu dir. Amen.

Nach vierzig Jahren babylonischer Gefangenschaft kehren die Juden in ihre zerstörte Heimat zurück. "Nichts ist mehr so, wie es mal war." Nebukadnezar, der Herrscher Babylons, hatte die Stadt und den Tempel zerstört. Die Jahre hatten das Zerstörungswerk noch fortgesetzt.
Nun suchen die Juden Hilfe und Zuspruch bei ihrem Gott:
„Warum fasten wir - und du siehst es nicht? Warum kasteien wir unseren Leib - und du willst nichts davon wissen?"
Gott wendet die Frage um - ist das denn Gottesdienst, sucht ihr ernsthaft das Gespräch mit mir, wenn ihr fastet? Ihr verhaltet euch doch so wie sonst auch. Ihr selbst steht euch im Wege.
Ja, es ist tatsächlich so - Gott ist kein Service-Unternehmen, das für unser Wohlsein sorgen muß und dafür mit göttlicher Münze - etwa dem Fasten - bezahlt wird. Ihr müßt eure Einstellung ändern. Sucht nicht, mir zu gefallen, sondern den Menschen um euch her zu helfen - wirksam und anhaltend auch dann, wenn es euch schwer fällt.
Macht das Unrecht gut, wenn ihr Unrechtes getan habt. Ich denke zum Beispiel an die damals weit verbreitete Schuldhaft, wonach ein Schuldner ins Gefängnis kommt, wenn er seine Schuld nicht zahlt. Der Jude soll ihn vielmehr frei lassen, für Arbeit sorgen, damit er seine Schuld abtragen kann. "Das ist ein Fasten, an dem ich Wohlgefallen habe“, sagt Gott (Jes. 58,6).
Doch dann ist ständig die Rede vom Handeln an und für den Mitmenschen:
Brich dem Hungrigen dein Brot, gib dem Obdachlosen eine Unterkunft, einem Zerlumpten oder gar Nackten gib ordentliche Kleider.
Wenn das geschieht, wenn du das tust, wenn deine Hinwendung zu deinen Mitmenschen aus der Liebe zu deinem Gott kommt, dann wird dein Licht die Welt erhellen. Du denkst dann nicht an dich - und danach an Gott, wie er dir helfen kann, sondern an deinen Mitmenschen und wie Gott ihm helfen kann. Das ist ein grundlegender Unterschied! -
Im September vorigen Jahres sagte ich an dieser Stelle zum Abschluß der Predigtreihe zur Überwindung der Gewalt:
"Gottes Schöpfung ist gut - 1. Mose 1,31 -, dann ist der Mensch auch gut."
Nach meiner Überzeugung können wir nur auf diesem Wege einen Zugang zu Jesu Aufforderung finden: "Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen" (Mt. 5,44)
Gott hat uns seine Schöpfung anvertraut, der Mensch soll sich die Erde untertan machen - 1. Mose 1,28 -. Aber er soll nicht als Herrscher über ihr stehen, sondern sie lieben, für sie sorgen, mit ihr leiden. Wenn das alles so ist, wie ich es eben beschrieben habe, dann kann ein Christ keinen Krieg erklären.
Wir wissen allerdings, daß wir Menschen unvollkommene Ebenbilder Gottes sind, fehlerhaft, schwach und manches Mal auch böse.
Die Väter und Mütter des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland haben gewiß auch an die Ebenbildlichkeit Gottes gedacht als sie den ersten Artikel des Grundgesetzes - GG - formulierten:
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Als Vertreter eines Staates mit unvollkommenen Menschen wußten sie aber auch, daß die Würde des Einzelnen und die dieses Staates nur bewahrt werden kann, wenn sie geschützt wird. Er hat Gesetze erlassen und dem Staat in sehr begrenztem Umfang das Recht, das zu kontrollierende Recht der Gewaltanwendung eingeräumt(sogenanntes "Gewaltmonopol des Staates", zum Beispiel im Falle der Polizei und der Bundeswehr). In dieser unvollkommenen Welt ist das wohl notwendig - christlich ist das nicht.
In diesen Wochen hat der Präsident der Vereinigten Staaten George Walker Bush der "Achse des Bösen" den Krieg erklärt. In seiner Rede zur Lage der Nation nannte er den Irak, den Iran und Nordkorea als die Staaten, die diese Achse bildeten.
Es gibt gewiß Gründe dafür, daß er das tat. Viele Menschen halten das für unvernünftig. Auch sie haben ihre Gründe.
Meine Sorge bei seinem Vorgehen ist, daß er glaubt, als Christ so handeln zu müssen. Er kann nicht erkennen, daß seine Handlungsweise nicht ein Zeichen der Stärke und Überlegenheit, sondern der Schwäche und Ichbezogenheit ist. Er weiß, daß er den Krieg bezahlen kann. Die Nation steht noch hinter ihm. Aber wird er auch bezahlen können, was danach kommt - in den USA, vor allem in den zerstörten Ländern und in den Menschen, die zu Kriegsopfern werden? Ich habe da meine Zweifel. -
Was das mit Fasten zu tun hat? Es kann an meiner persönlich begrenzten Einsichtsfähigkeit liegen. Aber es gibt verantwortliche Vertreter der christlichen Kirchen und auch Politiker, die den Eindruck haben, daß der Präsident der USA und die Berater, deren Rat er folgt, im Bewußtsein der Stärke oder vielleicht sogar der Vergeltung handeln. Das widerspricht dem, was Gott zu unserem Handeln, zu unserem Fasten sagt. Am aktuellen Beispiel staatlichen Handelns kann man auch zeigen, was im Verhältnis unter Menschen gilt. Ein anderes Beispiel sehen wir an unserer Kirchenwand - außen, neben der Treppe finden Sie drei Plaketten. Hier meine ich zwei davon. Auf der einen steht:
"Erlaßjahr 2000"
und auf der anderen
"geht weiter."

Was ist damit gemeint? Nicht nur von den christlichen Kirchen ist die Initiative ausgegangen, den Staaten der sogenannten Dritten Welt einen Teil ihrer Schulden gegenüber den entwickelten Industriestaaten zu erlassen. Die christlichen Kirchen beziehen sich auf Bestimmungen des 2. Buches Mose (2. Mose 23, 10f). Mit der Erklärung des Jahres 2000 zum Erlassjahr und seiner Fortsetzung sind Staaten und auch Wirtschaftsunternehmen bereit und in der Lage durchaus im Sinne Gottes zu handeln und aktiv "fasten" können, ob sie das so nennen oder nicht Ein Ausleger nennt dieses Fasten "diakonisches Fasten" – (Gottfried Voigt "Homiletische Auslegung der Predigttexte. Reihe III: Geliebte Welt". Göttingen. Vandenhoeck & Ruprecht. NEUE FOLGE. 2.A.1986, S.415)

Nun stellen sich natürlich einige Fragen.
Ist die "Selbstkasteiung" unchristlich? - Nein. Wir kennen die Beispiele von Johannes dem Täufer und Jesus, die sich immer wieder in die Wüste zurückzogen, um sich konzentriert Gott zuwenden zu können. Dazu kann Fasten helfen. Sinnvoll angewendet ist es eine Hilfe, gesund zu werden und gesund zu bleiben. Es gibt noch einen anderen Grund: Der Teufel führt Jesus in die Wüste, um ihn zu versuchen. Die Evangelisten Matthäus (4,1-11), Markus (1,12 - 13) und Lukas (4,1-13) berichten davon. Jesus widersteht dem Teufel. Manche Christen nehmen sich vor, eine Versuchung, der sie sonst kaum widerstehen, in der Fastenzeit zu meiden - z.B. Schokolade, Zigaretten, Alkohol. Dies alles geschieht aber in Übereinstimmung mit Gottes Auftrag und im Hören auf ihn.
Gott verbietet uns auch nicht , mit ihm zu sprechen und mit ihm zu streiten. Ja, wir dürfen ihn auch bedrängen in persönlicher Not. Der Psalmdichter hat es uns gezeigt:
Sei mir ein starker Fels und eine Burg (Psalm 31, 3)

Kanzelsegen:
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
Amen.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Gewalt überwinden

Friede und Barmherzigkeit - Jesu Alternative
Mt. 5,9

Lesung: Römer 12,12-18 (Seid fröhlich in Hoffnung) Lieder: eg 366,1-4; 671,1-3; 609,1-3; 656,1-3
Helmut Böhme

Predigt am 23.09.2001


Als Predigttext hören wir eine Seligpreisung: Jesus sagt in seiner Bergpredigt:
Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen
Mt. 5,9
Heute schließen wir die Predigtreihe zur „Überwindung der Gewalt" Ursprünglich wollte ich den Ursachen alltäglicher Gewalt nachgehen und dann nach Jesu Alternativen zur Gewalt fragen. Das kann ich heute aber nicht. Die Ereignisse vom 11. September 2001 lassen mich nicht auf diesem Weg weitergehen.
Nach heutigem Kenntnisstand haben fanatisierte Terroristen - vermutlich mit religiösem Hintergrund - drei Linienmaschinen privater Fluglinien in den USA in ihre Gewalt gebracht. Zwei sind gezielt gegen die beiden Türme des World Trade Center in New York geflogen. Sie brachten beide Türme zum Einsturz und lösten unterschiedliche, weitreichende Kettenreaktionen aus. Das dritte Flugzeug zerstörte Teile des Pentagon (Verteidigungs-/Kriegsministerium) und des Außenministeriums in Washington. Ein viertes Flugzeug stürzte in der Nähe von Pittsburgh ab.
Funk, Fernsehen und Zeitungen bringen täglich neue Nachrichten. Nach dem heutigen Informationsstand sind 6.000 Todesopfer zu beklagen. Alte Nachrichten werden rund um die Uhr wiederholt.
Wir warten auf das, was noch kommt: Die Reaktion der USA.
Deshalb konzentriere ich mich heute auf den Versuch, Jesu Alternative zur Gewalt aufzuzeigen:
(1) Jesus setzt eine alte Erkenntnis neu in Kraft:
Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. 1. Mose (Genesis) 1,31
(2) Jesus gibt den Gesetzen des Mose eine neue Priorität. Es bleibt das wichtigste:
Du sollst Gott lieben. 5. Mose 6,5; Mt. 22,37
Danach aber:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 3. Mose 19,18; Mt. 22,39 b
Das ist dem ersten gleich. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Mt. 22,39 a, 40
(3) Jesus geht noch weiter, er fordert die Feindesliebe:
Ich sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Mt. 5,44f
Wie kann das sein? Wie kann man seine Feinde lieben? Wenn zutrifft, was wir eingangs hörten, dass Gottes Schöpfung gut ist - dann ist der Mensch auch gut. Das gilt natürlich für jeden Menschen - also auch für unsere Feinde.
Der Weg zur Feindesliebe geht meines Erachtens nur über diesen Weg, dass auch mein Feind Gottes Geschöpf und als solches gut ist.
(4) Der Predigttext heute bildet dann die Summe:
Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Mt. 5,9
Friedfertig sind nicht diejenigen, die sich still verhalten. Die sind friedlich.
Friedfertig ist derjenige, den der Friede Gottes ganz erfüllt. Natürlich ist dieser Friede ganz wesentlich Liebe. Wir sollen nicht nur friedlich sein, sondern Friede finden - auch, und gerade den inneren Frieden unserer Seelen.
An diesen vier Schriftstellen wird Jesu Alternative zur weltlichen Gewalt deutlich - an der Liebe, die von Gott kommt und durch uns an die anderen Menschen, Freunde und Feinde in dieser Welt, weitergegeben wird.
Wer in unserer Welt Gewalt anwendet, der kann Jesus nicht antworten: Ich habe Gottes Gebote gehalten - wie es der reiche Jüngling tat (Mt. 19,20). Er handelt als Gewalttäter ganz eindeutig gegen Gottes Gebot.
Wir kennen eine andere Feststellung: „Mit der Bergpredigt kann man keine Politik machen".
Das stimmt insofern, als wir nicht mit Liebe allein regieren können. Vor allem auch deswegen nicht, weil wir alle schwache Menschen sind, die Jesu Forderungen nicht gewachsen sind. Gewiß, Gottes Schöpfung ist gut - und dazu gehört auch der Mensch. Aber der Mensch hat gegen Gottes Gebot verstoßen, vom Baum der Erkenntnis gegessen. Jetzt weiß er, dass er Mensch ist - gottähnlich, aber nicht gleich Gott. Jetzt versteht er auch, was Gott meint, wenn er davon spricht, der Mensch soll sich die Erde untertan machen. Nicht unterwerfen soll er sie, lieben - mitleiden, für sie sorgen, das ist seine Aufgabe. Als Menschen sind wir unvollkommene Wesen - auch in unserer Liebe. Der Satz von der Bergpredigt, die nicht zur Politik tauge, stimmt aber nicht insofern, als wir Christen die Bergpredigt sehr wohl „im Kopf und im Herzen" haben können - gewissermaßen als Kompaß, der uns anzeigt, wann wir und wieweit von dieser Richtung abweichen.
Jesu Alternative wird deutlich, wenn es ums Grundsätzliche geht. Die Terroristen haben in vielerlei Weise kundgetan: Ihre Triebfeder ist der Haß. Sie haben ein recht einfaches Leitbild, das ihnen die Richtung weist. Ein Satz daraus lautet: Vernichte deine Feinde! Ihr Feindbild ist uns auch bekannt: Die Industrienationen, insbesondere die entwickelten Industriegesellschaften - an erster Stelle also die USA.
Terroristen isolieren sich und ihre Gesellschaft. Sie sind Auserwählte ihres Gottes - nur sie.
Es wäre gewiß sinnvoll und hilfreich, wenn die christlichen Kirchen sich ein eigenes Leitbild geben. Ihres ist sehr viel komplizierter - aber wohl auch tragfähiger. Ihre Triebfeder, die Liebe, ist deshalb auch stärker als der Haß der Terroristen, weil sie alle Menschen, ja die ganze Schöpfung umfaßt und die lebensbejahenden Kräfte stärkt.
Wie können wir selbst die Folgen der Terrorattentate gewaltmindernd in Jesu Sinne verarbeiten?
- Gefühle müssen sein, aber sie dürfen sich nicht gegen Unschuldige richten.
- Wir sollten nach Ursachen suchen. Meist liegen sie auf verschiedenen Seiten. Das sollten wir gerechterweise auch anerkennen.
- Wir reden mit anderen über das Geschehene, darüber, was wir dabei und danach empfunden haben, was uns jetzt beschäftigt und was wir in der Verarbeitung des Erlebten erfahren haben.
- Wir können, ja wir sollten auf unsere Worte achten. So wie unsere Gedanken unsere Sprache prägen, so können die Worte, die wir benutzen, auch unsere Vorstellungen prägen. Die Terroristen haben den westlichen Industrienationen „den Krieg erklärt". Sie möchten offizielle Kriegsgegner der größten und mächtigsten Nation der Welt sein. Ein westlicher Politiker sprach von einer „Kriegserklärung gegen die westliche Zivilisation".
Die Staaten selbst aber verfolgen Verbrecher, Straftäter, Attentäter und ziehen sie zur Verantwortung - ob das alles so bleibt, weiß ich allerdings nicht. Wir als Christen erklären jedenfalls nicht den Krieg.
Heute beginnt die Woche des ausländischen Mitbürgers. Sie sind in diesen Tagen besonders auf unsere Zuwendung angewiesen, besonders dann, wenn man sie als Muslime erkennt oder zu erkennen glaubt, denn es sieht so aus, als ob die Attentäter fanatisierte Muslime waren. Wir wissen: Fanatiker gibt es in allen Nationen und Religionen. Leider gilt das auch für Terroristen. Ich nenne zwei Beispiele in unserer Gemeinde für die Zuwendung zu unseren ausländischen Nachbarn:
- Zunächst der Frühstückstreff der Frauen, in dem sich dienstags von 09:00 bis 11:00 Uhr ausländische und deutsche Frauen im Gemeindesaal treffen.
Dann aber das Schülercafé, in dem ausländische und deutsche Schüler zusammenkommen. In der Hauptschule Scharnhorststraße sind 80 % der Schüler Ausländer.
Helfen Sie mit und unterstützen Sie diese Arbeit unserer Gemeinde, die ein aktueller Beitrag zum friedlichen Miteinander in dieser Welt ist.
Wir gehen in eine ungewisse Woche.
Lieber himmlischer Vater,
laß uns in dieser turbulenten Zeit
erfahren, daß du bei uns bist.

Wir beten für den Frieden,
wir beten für die Welt,
wir beten für die Müden,
die keine Hoffnung hält,
wir beten für die Leisen,
für die kein Wort sich regt,
die Wahrheit wird erweisen,
daß deine Hand sie trägt! eg 678,l
Amen

Diese Predigt war Teil der 5. Manforter Predigtreihe -02.-23.09.2001-

02.09. Kain und Abel - Vom Ursprung der Gewalt
l.Mose 4,l-16a
Lesung: Lk. 10,25-37 (barmherziger Samariter)
Lieder: eg 510,1-5; 375,1-5; 365,1-3.5.8; 222,1-3; 398,1+2
Peter Richmann
09.09. Auge um Auge, Zahn um Zahn - Kann Recht die Gewalt brechen?
2. Mose (Escodus) 21,22ff/Sach. 7. 7,8 ff
Lesung: Röm. 7,7-20 (Mensch unter dem Gesetz) Lieder: eg 166,1-6; 196,1-6; 430,1-4; 607,1-4
Jürgen Berghaus
16.09. David und Goliath - Das Recht des Stärkeren?
1. Samuel, 17,1-9, 17, 20-21, 42, 45-51
Lesung: Röm. 12,18-21 (Frieden halten, Böses mit Gutem überwinden) Lieder: eg. 506,1.3-5; 235,1-4; 245,1.3.5; 425,1-3; 648,1
Ulrich Theis